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Aberglaube, Bräuche und Verbote zu den Rauhnächten

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Aberglaube, Bräuche und Verbote zu den Rauhnächten (Was sind die Rauhnächte?) existieren viele. Welche es sind, woran ich mich halte und ob sie in unserer heutigen Zeit noch Bestand haben erfährst du in diesem Artikel.

Die Rauhnächte sind mit vielen “Verboten” und Aberglaube verbunden. Gerade in einer von Vernunft geprägten Gesellschaft kein leichtes Unterfangen. Jahrhunderte alte Mythologie, mit (vermeintlich) überholten Ansichten, Ängsten und Glaubensmustern scheint hier verloren und fehl am Platz. Dieser Hokus Pokus, den die “Hinterwäldler” sich damals ausgedacht habenhat heute doch keinen Bestand mehr ?!

Wenn wir aber genauer hinsehen, dann bemerken wir, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Orakeln mit schönen Tarotkarten ist “totaler Humbuk”, aber das Wachsgießen (früher Bleigießen) für einen Blick in die Zukunft zum neuen Jahr gehört dazu. Wir glauben nicht an die Vertreibung böser Geister, machen zu Silvester aber dennoch genauso viel (wenn nicht sogar noch mehr) Lärm wie damals. Räuchern erscheint uns seltsam esoterisch, der Weihrauch in der Kirche gehört aber dazu.

Weiterführende Artikel:

Bräuche die auf die Rauhnächte zurück zu führen sind
Wir haben einige Jahrhunderte alte Bräuche, die heute noch Bestand haben. Dazu zählen z.B. das Weihen von Wasser, Salz & Kreide zum bemalen der Türrahmen mit den Anfangsbuchstaben der drei Könige, das Wachsgießen (früher Bleigießen), Räuchern von Weihrauch sowie beispielsweise der Adventskranz als Symbol für den Jahreskreis.

Die Menschen hatten früher, auf Grund ihrer Lebensumstände, andere Ängste und waren mit einer Ungewissheit konfrontiert. Dennoch haben wir auch heute noch vieles gemeinsam. Nicht zuletzt die Hoffnung darauf, dass im neuen Jahr alles besser wird.

Ich habe für mich bemerkt, dass ich die meisten Dinge nur so lange seltsam finde, wie ich keinen Bezug zu ihnen oder ein tieferes Verständnis davon habe (hier habe ich mehr zu meinen eigenen Vorurteilen geschrieben). Mit den Jahren habe ich gelernt, den Glauben anderer zu respektieren und auch mit mir sanfter umzugehen, wenn mir etwas Kraft gibt oder gut tut, das andere vielleicht komisch finden.

Entsprechend finde ich viele der überlieferten Bräuche und Aberglauben inspirierend und hilfreich – besonders im Sinne einer Zeit des Rückszugs und der Innenschau. Anderes wiederum passt für mich nicht. Ich finde es wichtig, dass man sich auch in diesem Bereich keinerlei Dogmen unterwirft und das tut, was einem gut tut.

Schau einfach, wie es für dich ist, worauf du Lust hast und/oder woran du glauben möchtest.

Das soll zu den Rauhnächten Glück bringen:

  • Opfergaben an die Natur zu jeder Nacht (Äpfel, Nüsse, Brot, Hirse, Münzen …) sollen die bösen Geister beschwichtigen
  • zu Heiligabend und dem Dreikönigstag mit Tieren in Verbindung gehen (sie sollen an diesen Tagen reden können 😉 )
  • zu Silvester Weißkraut essen sorgt für Geld im gesamten neuen Jahr
  • Besen binden (mit ihm kann man im neuen Jahr Dämonen und Geister aus dem Haus fegen)
  • Sonne zum Dreikönigstag sorgt für ein Jahr voller Frieden im ganzen Land
  • Christstollen zu Weihnachten, Silvester und zum Dreikönigstag essen bringt Reichtum und Glück im kommenden Jahr
  • Eisblumen, Reif oder Schnee an den Fenstern bringen ein ertragreiches Jahr
  • ein Kuss unter dem Mistelzweig
  • Räuchern von Kräutern und Harzen (z.B. Fichtenharz) – die Wirkung von Wildkräutern soll in den Rauhnächten besonders stark sein (Erfahre hier: Welche Kräuter zu den Rauhnächten passen – man kann auch super selbst heimische Wildkräuter sammeln, mehr dazu in diesem Artikel)
  • Edelsteine sollen jetzt eine besondere Wirkung haben

Das soll zu den Rauhnächten Unglück bringen:

  • alle Räder sollen still stehen, das heißt: es soll nicht gearbeitet werden. Darunter fällt z.B. auch das Wäsche waschen (bringt Unglück und das Rad des Schicksals aus dem Gleichgewicht)
  • keine Wäsche aufhängen (mindestens nicht nach Einbruch der Dämmerung, besser in dieser Zeit gar nicht). Odin und die Wilde Jagd sollen durch die Nacht fegen und sich in der Wäsche verfangen können (zieht Unheil an)
  • keinerlei Unordnung oder Chaos zu den Rauhnächten (soll Frau Holle sauer machen und Böses anziehen)
  • nicht fegen oder putzen (lockt Ungeziefer, Krankheit und Tod an)
  • keine Kartenspiele oder Geldspiele, Orakel in Form von Tarotkarten/Inspirationskarten sind davon ausgenommen
  • herunter fallende(s) Geschirr, Linsen, Bohnen oder Erbsen sollen Verlust und Unglück bringen. Zu den Schlüsseltagen am 28.12. und 5.1. soll man die negative Energie aber ausgleichen können, indem man Opfergaben in der Natur auslegt (Nüsse, Äpfel, Münzen o.ä.)
  • keine Strümpfe/Socken stopfen (bringt Unglück)
  • Ruhe im Haushalt -> nichts verrücken, keine Türen knallen usw. (bringt Unfrieden ins Haus)
  • keine Nägel oder Haare schneiden (bringt ebenfalls Unglück)
  • in der ersten halben Stunde zum neuen Jahr alle Türen und Fenster verschließen (außer mögliche Hintertüren, durch die kommt der Segen)
  • nichts Geliehenes im Haus haben
  • fehlende Knöpfe vorher anbringen (soll sonst für Geldnot und Verlust sorgen)
  • hört man zu den Rauhnächten Hunde bellen, so soll es eine Bestätigung für den Gedanken sein, den man gerade gedacht hat. Hundegebell zu Mitternacht soll ein Vorbote des Todes sein.

Besondere Buchempfehlungen*

Quellen:
– Sigrid Früh: Rauhnächte. Märchen, Brauchtum, Aberglaube*, Verlag Stendel, Waiblingen 1998
– Elfie Courtenay: Rauhnächte: Die geheimnisvolle Zeit zwischen den Jahren: Alte Bräuche und magische Rituale für sich entdecken*, HEYNE Verlag, München 2013
– Vera Griebert-Schröder und Franziska Müritz: Die Rauhnächte als Quelle der Ruhe und Kraft – Der praktische Begleiter für mehr Energie im neuen Jahr*, Irisiana Oktober 2014
– Reinhardt Stiehle: Das Rätsel der Rauhnächte*, Chiron Verlag, Tübingen 2011
– Nadine Stegelmeier: Rauhnächte: Die schönsten Rituale*, camino, 2018
– Sandra Waldermann-Scherhak: Rauhnacht-Rituale für Frauen: Eine spirituelle Bewusstseinsreise durch die zwölf Nächte*, Darmstadt 2017
– Alexa Szeli: Der alte Pfad und die Rauhnächte*, 2019
– Emil Bock: Der Kreis der Jahresfeste*, Stuttgart 1978

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