Achtsamkeit Meditation

#mindfulmonday Achtsamkeitsübung – die Apfelmeditation

Montage sind für den Großteil von uns ätzend. Nach dem Wochenende müssen wir erst mal wieder in Fahrt kommen. Ich will mit Euch diesen einen Tag der Woche für eine Achtsamkeitsübung nutzen. Jeden Montag zeige ich Euch eine kleine Übung, eine Idee, etwas Inspirierendes, das unsere Achtsamkeit schult und uns für einen Moment achtsam sein lässt.


Es gibt ein Video, dass mich vor einigen Monaten unglaublich fasziniert hat. Es verkörpert für mich das absolute “Im Moment sein” / “in sich Ruhen” und damit aus meiner Sicht auch absolute, gelebte Achtsamkeit. Im Hier und Jetzt nichts tun, außer das, was man eben tut. Mit voller Aufmerksamkeit und vollem Geiste. Mitten in der Stadt einen Apfel essen. Der Stadtlärm zieht vorbei und prallt an mir ab, weil ich mich damit gerade nicht beschäftige. Ich esse schließlich meinen Apfel. Zen in the City.

Das Video war für mich vor 6 Monaten einer der ausschlaggebenden Punkte dafür, dass ich mich mit dem Thema Achtsamkeit noch intensiver als ohnehin schon beschäftigen wollte und auch dafür, um letzten Endes der Achtsamkeit auf einem ganz eigenen Blog noch mehr Raum bieten zu können, als ich es auf DieCheckerin könnte. Als ich das Video das erste Mal sah dachte ich: “DAS will ich auch. So achtsam sein, einfach dort sitzen und alles andere um mich herum ausblenden können.” Mich hat das Video glücklich gemacht und neugierig. Neugierig auf das, was ich alles lernen und erleben kann, wenn ich es schaffe, im Jetzt zu leben und mich auf eine Sache zu konzentrieren, statt auf 200 Dinge gleichzeitig.

Wir leben in einer Welt der Schnelligkeit. Die Geschwindigkeit unseres Lebens hat enorm zugenommen. Für uns ist es normal geworden, dass ständig etwas passiert. Das wir an heute, morgen und übermorgen denken, Nachrichten immer gleich sofort beantworten, über alle Weltgeschehnisse sofort informiert sind. Früher wären wir nie davon ausgegangen, auf einen Brief nach wenigen Stunden eine Antwort zu erhalten. Berichte über und aus der Welt waren nicht Sekundengenau und Termine konnten nicht spontan per Whatsapp verkündet werden. Wir müssen immer mehr auf spontane Anforderungen und externe Reize reagieren und die Flut an Informationen überhaupt verarbeiten.

Ich habe das Glück, in einer Zeit geboren worden zu sein, in der die digitale Welt noch keinen Platz hatte, so dass ich beide Lebensarten kenne. Und auch wenn die digitale “neue Welt” viele Vorteile mit sich bringt, die auch ich in meinem Alltag genieße (und ohne die ich meinen Traumjob nicht ausführen könnte), ist mir die etwas “ruhigere” und weniger schnelllebige Zeit ohne Computer, Smartphone & Co. lieber gewesen. Ein Stück weit holt man sich diese Welt durch mehr Achtsamkeit zurück in das moderne Leben und das ist es, was mir daran so gut gefällt 🙂

Wir widmen uns in dieser Woche jedenfalls der Apfelmeditation. Vermutlich wird niemand von uns mehr zählen können, wie oft wir einen Apfel (und ganz viele andere Dinge) absolut achtlos runtergeschlungen haben. Ich zumindest bin eine totale Schlingerin. Ein paar wenige Kaubewegungen und das Essen poltert meine Speiseröhre hinunter. Gruselig. Ich muss mich wirklich immer dazu anhalten langsam zu essen.  Ziel dieser Übung ist es, das Essen eines Apfels ganz bewusst zu spüren und zu schmecken. Den Saft, das Aroma, die Süße, die Säure, die knackige Schale, der vielleicht mehlige Kern, die Farbe, das Gefühl auf der Haut und im Mund, sein Geruch. Im Moment sein. Ich bin hierauf ja bei der Schokoladenmeditation schon einmal eingegangen.

Vom Sinn her sind beide Übungen sehr ähnlich, ich habe für mich allerdings gemerkt, dass ich die Schokoladenmeditation als solche nur auf Süßigkeiten anwende(n kann) und finde, dass es mir nicht schadet, noch eine weitere Achtsamkeitsübung in meinen Alltag zu integrieren. Da ich häufig Äpfel esse, passt es für mich gut. Theoretisch könnt Ihr aber auch hier wieder nehmen, was immer Euch beliebt und was Ihr häufig esst oder häufiger essen wollt.

Wie auch schon bei der Schokoladenmeditation nehmen wir uns gute 10 – 15 Minuten Zeit für den Apfel und für nichts anderes. Kein Telefon, kein Smartphone, keine Mails, keine Gespräche. Aber auch keine Sorgen, Ängste, Termine, keine Gedanken an früher oder später. Wir sitzen einfach nur da und essen unseren Apfel. Wie fühlt er sich in unserem Mund an? Wie lange kann man ihn kauen, bis er sich aufgelöst hat?  Das genaue Vorgehen für die Apfelmeditation lässt sich 1:1 von der Schokoladenmeditation übernehmen und übertragen:

  • Halte einen Moment inne und konzentriere dich ganz auf das, was Du für die nächsten Minuten geplant hast. Schließe, wenn Du magst, kurz deine Augen, um dem Essen deine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.
  • Nimm den Apfel nun in die Hand, lächel ihn an. Fahre mit dem Finger, den Lippen oder z.B. der Nase über die Oberfläche des Apfels und spüre, wie sich der Apfel anfühlt. Schau Dir jede Rundung, jeden Zipfel und jede Ecke ganz genau an. Wie fühlt er sich an? Weich? Hart? Warm? Kalt? Fühlst Du Dellen? Löcher? Irgendwas? Welche Farbe hat er? Und wie riecht er von außen? Lass Dich komplett vom Geruch und dem Aussehen einnehmen und genieße.
  • Wenn Du merkst, dass sich deine Gedanken vom Hier und Jetzt und dem Apfel entfernen, lass sie einfach Ziehen und bring eine Aufmerksamkeit zurück in den Moment.
  • Beiß in den Apfelund spüre, wie der Saft dabei in deinen Mund läuft. Merkst Du die Säure? Die Süße? Wonach schmeckt ein Apfel eigentlich genau? Schmeckst Du vielleicht noch andere Komponenten heraus?
  • Fang an den Apfel zu Zerkauen. Wie verändert sich der Geschmack? Wie fühlt sich der Apfel auf der Zunge, an der Wange an? Was fühlst Du, wenn Du mit der Zunge nach spürst? Wie fühlt es sich an, wenn Du einen Teil des Apfels mit der Zunge zerdrückst? Geh komplett in dem Moment auf und genieße den Apfel. Iss ihn so neugierig, als wäre es dein erster Apfel und so voller Genuss, als wäre es der letzte den Du jemals kriegen kannst.
  • Wenn Du magst, wiederhole die Übung!

Wenn Ihr Euch zu 100% auf das Apfelessen konzentriert und Euch dem Moment bewusst werdet, merkt Ihr schnell, wie alles andere drum herum an Bedeutung verliert. Ihr seid plötzlich im Hier und Jetzt.Der Moment, in dem Ihr merkt, dass Ihr Euren Kopf auf diese Art und Weise und mit etwas Übung und Disziplin ausschalten könnt, der wird Euch glücklich machen. Zumindest, wenn Ihr auch solche “Immer Denker” seid wie ich.

Es braucht Übung, um wirklich den Kopf leer zu bekommen aber es ist grundsätzlich möglich und gelingt mit jedem kleinen Schritt immer besser. Irgendwann wird man nach dem innehalten und im Hier und Jetzt sein süchtig. Denn ein Stück weit bleibt in solchen Zuständen auch die Zeit stehen und man hat wieder viel mehr das Gefühl, dass man die Zeit mit Leben füllt. Wie in der Kindheit, als die Zeit gefühlt ewig lang war weil man den Moment gelebt hat. Ich find das unglaublich beruhigend, berührend und auch entspannend.

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