Achtsamkeit Naturspiritualität

#mindfulmonday Achtsamkeitsübung – Sich erden

Montage sind für den Großteil von uns ätzend. Nach dem Wochenende müssen wir erst mal wieder in Fahrt kommen. Ich will mit Euch diesen einen Tag der Woche für eine Achtsamkeitsübung nutzen. Jeden Montag zeige ich Euch eine kleine Übung, eine Idee, etwas Inspirierendes, das unsere Achtsamkeit schult und uns für einen Moment achtsam sein lässt.


Als ich den Ausdruck “sich erden” zum ersten Mal hörte, dachte ich damals an esoterisch-übertriebenen-übersinnlichen Quatsch. Eine genaue Vorstellung davon, wie dieses “erden” ablaufen sollte hatte ich gar nicht, ich habe es als “Hokus Pokus” abgelehnt und mich nicht weiter informiert. Irgendwann hörte ich dann in einer Fernsehsendung davon, was es WIRKLICH bedeutet.

Kaum ein Baum wird jemals “aus seiner Bahn geworfen”, weil er mit den Wurzeln, die tief in den Boden reichen, fest verankert ist. Stark wie ein Baum im Leben stehen, möchten viele von uns. Das kann uns besser gelingen, wenn wir uns erden. Dass das Erden funktioniert und (zumindest für mich) unwahrscheinlich wichtig ist, habe ich in den letzten Jahren deutlich zu spüren bekommen.

Sind wir nicht richtig geerdet, merkt man uns das oft an. Ich werde beispielsweise total unkonzentriert, undönig, mich plagen Kopfschmerzen und Heißhunger. Mein Freund wird müde und unzufriedener. Es gibt aber noch viele andere Symptome.

Gerade jetzt zur Sommerzeit erscheint die Erde warm und stark und lädt auch Neulinge dazu ein, sich einfach mal auf ihr auszubreiten, zu genießen und nachzuspüren, was das mit uns macht. So oft sehnen wir uns nach Halt in unserem Leben, nach festem Boden unter den Füßen, wenn wir uns fühlen, wie im freien Fall. Wir vergessen dabei aber, dass wir den festen Boden und die Schulter zum Anlehnen immer unter unseren Füßen haben. Eine Erde, die uns unser Leben lang trägt.

Sich Erden – Wie geht das?

Wir können uns auf ganz unterschiedliche Art und Weise erden. Im Grunde meint “sich erden” nichts anderes, als ganz bei sich ankommen. Jedem liegt etwas anderes. Meine Favoriten möchte ich aber mit Euch teilen, vielleicht sagt Euch eine dieser Varianten ja zu und ihr wollt es mal probieren. Ich gebe zu, dass sich einige dieser “Erdungen” beim ersten Mal etwas seltsam anfühlen. Wer das Gefühl aber zulässt und sich auf eine neue Erfahrung und neue Erkenntnisse einlässt, wird vielleicht belohnt.

  1. Ab in die Natur!

    Meine absolute Nummer eins heißt: Ab in die Natur! Nach Möglichkeit kombiniere ich sämtliche “Erdungsmöglichkeiten” in einem typischen Waldbad (wer das Waldbaden noch nicht kennt, dem empfehle ich dieses Video um einen Eindruck davon zu bekommen). Ich gehe barfuß, umarme Bäume, meditiere im Gehen, wandere durch den Wald, setze mich an Bäume, beobachte jedes noch so kleine Detail und erfreue mich daran.

  2. Gehmeditation

    Ihr findet HIER mehr dazu. Die Gehmeditation ist für mich eine der “schwierigsten” und gleichzeitig effektivsten Möglichkeiten, mich zu erden. Es braucht einiges an Übung, um WIRKLICH achtsam und langsam zu gehen. Ich habe es bisher nur selten geschafft, um ehrlich zu sein. Aber wenn es klappt, dann tut es unwahrscheinlich gut.

  3. Gedanklich verwurzeln

    Sucht Euch im Idealfall einen schönen, ruhigen Platz und lenkt Eure gesamte Aufmerksamkeit auf Eure Füße. Spürt den Boden unter den Sohlen, wie sich der Untergrund anfühlt. Atmet ein paar Atemzüge ein und aus. Stellt Euch dann vor, wie Wurzeln aus Euren Fußsohlen hinein in die Erde wachsen. So viele und so tief, wie ihr es möchtet. Spürt, wie Eure Verbindung mit jedem Atemzug stärker wird. Wie Eure Füße immer fester auf dem Boden stehen und sich verwurzeln. Stellt Euch vor, wie ihr bei jedem Einatmen Halt, Energie und Sicherheit (oder was immer ihr braucht) in Euch aufnehmt und mit jedem Ausatmen Unsicherheit an die Erde durch die Wurzeln abgebt. Macht das so lange, wie es sich für Euch gut anfühlt und bis ihr das Gefühl habt, voller Energie zu sein.

  4. Die Erde kuscheln

    Legt Euch raus auf die Erde. Mitten auf eine Wiese, in den Wald, ins Moos oder von mir aus auch auf den Asphalt, umarmt Bäume. Spürt die Kraft und den Halt, welche Körperstellen die Erde berühren und welche Empfindungen dabei aufkommen. Stellt Euch vor, wie ihr Euch mit der Erde verbindet. Kommt bei Euch selbst an. Ganz bei Euch. Genießt den Halt und lasst Euch tragen.
  5. Wandern/Laufen

    Wandern bzw. insbesondere Laufen (im Sinne von “Joggen”) ist super zum Erden. Danach habt Ihr einen klaren Kopf, Euch sportlich aktiviert und ganz nebenbei draußen mit der Natur und der Erde verbunden.

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Erdet Ihr Euch bewusst oder ist das nichts für Euch? Wenn Ihr Euch erdet: welchen Weg nutzt Ihr? Wenn Ihr Euch nicht erdet: was tut Ihr, um im Alltag den Fokus zu behalten? Wollt Ihr das bewusste Erden mal ausprobieren?

1 Kommentar

  • Vielen Dank fürs die wundervollen Tipps. Für mich ist es auch besonders erdend, wenn ich mich an meinem Lieblingsplatz – unter einer über 300 Jahre alten Linde – hinsetze und meinen Rücken an den mächtigen Baumstamm lehne. Dann bin ich ganz im Moment und glücklich 😊

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