Selbstreflexion Soulspiration

Mutig den eigenen Weg gehen

Meine Perspektive
Dieser Artikel ist (wie alle Inhalte auf dieser Plattform) aus meiner persönlichen Sicht geschrieben und basiert auf meinem aktuellen Erfahrungsschatz und Wissensstand. Ich kann und will nicht für die Allgemeinheit sprechen. Grundsätzlich bin ich kein Freund von Generalisierung und Dogmen. Was ich hier anbiete, ist meine persönliche Perspektive, in der Hoffnung dass jemand da draußen auf irgendeine Art und Weise von mir lernen kann. Gleichzeitig bitte ich aber darum: informiert Euch und schaut Euch andere Perspektiven an, von denen es auf dieser Welt unendlich viele gibt.

Viele von uns hegen den Wunsch, ihrem Herzen zu folgen und einen ganz eigenen Weg einzuschlagen. Der Alltag, unser Beruf und die Lebensumstände sind eine große Belastung und doch sind wir nicht in der Lage auszubrechen, um unseren Weg zu gehen. Wie findet man den Mut? Was kann helfen, das Hamsterrad zu verlassen? Gibt es einen Geheimtipp? Meine Geschichte kann euch Mut machen und Inspiration für euren Weg bieten.


Als junge Erwachsene war ich jemand, der niemals an sich und seine Träume glaubte. Alles was ich wollte, basierte auf den Erwartungen und Anforderungen, die andere an mich heran trugen. Ich war das Fähnchen im Wind. Heute Hü, morgen Hott. Mir war wichtiger, was andere von mir denken und für richtig halten, als zu mir zu stehen.

Mein wahres Ich und meine Träume vergrub ich unter dem Schutt des Alltags, zeitweise im wahrsten Sinne des Wortes. Jede aufkeimende Sehnsucht stillte ich mit Konsum in jeglicher Form. Ich rauchte bis zu zwei Big Packs Zigaretten am Tag, trank regelmäßig große Mengen an Alkohol und mein Konto war immer im Minus. Zuhause häufte sich ein Sammelsurium an Dingen an, die ich weder brauchte, noch benutzte. Aber sie gaben mir kurzfristig das Gefühl, etwas zu heilen.

Unglücklich im Beruf – wie viele andere auch

Ich arbeitete als Zahnarzthelferin in einem Beruf, der Meilen von dem entfernt war, was ich mir vorstellte (“Mit dem Internet kreativ arbeiten und Geld verdienen”, was Mitte 2000 beinah eine Utopie war). Meine Freizeit nutzte ich vorwiegend für das, wofür ich schon immer brannte: das Internet. Seit 1998 brachte ich mir alles selbst bei. Wie man im Internet schreibt, Homepages & Grafiken erstellt, Videos & Fotos bearbeitet, HTML und CSS nutzt. Nie mit dem Ziel, etwas daraus zu machen, sondern schlichtweg weil es mich interessierte und das einzige war, dass mir (neben der Natur & Tieren) wirklich nachhaltig Freude bereitete.

Um meinem (für mich) fürchterlichen Beruf zu entfliehen, kündigte ich und machte mein Abitur nach, obwohl ich gar nicht studieren wollte. Ich sah darin den einzigen Weg, mir Zeit zu verschaffen, um meinem eigentlichen Traum näher zu kommen. Zu diesem Zeitpunkt kam ich auch mit meinem Partner zusammen.

Was darauf folgte in der Kurzversion: 2013 starb mein Opa während ich mein Abi machen sollte. Ich fiel durch und musste es 2014 wiederholen, als mein Vater von heute auf morgen und damit ohne Vorwarnung umkippte und starb. Zum Glück bestand ich die Prüfungen dennoch. Kurze Zeit später fing ich als Quereinsteigerin im Onlinemarketing an.

Der Tod öffnete mir nach und nach die Augen

Die Endlichkeit so klar vor Augen zu haben, veränderte mein gesamtes Leben. Um meiner eigenen Wahrheit auf den Grund zu gehen, stellte ich mir verschiedene Fragen. Was würde ich tun, wenn ich nicht scheitern könnte? Was will ich wirklich? Was hält mich davon ab? Warum lasse ich das zu? Wo will ich in 10 Jahren stehen? Wovor habe ich Angst? Ist diese Angst berechtigt? Was kann ich dagegen tun? Was brauche ich und wie kann ich mir genau das geben? Was tue ich nur, weil es andere von mir erwarten?

Je ehrlicher ich auf diese Fragen antwortete, desto klarer wurde mir, dass ich bis dahin ein Leben führte, das sich an den Erwartungen anderer orientierte. Damals war meine oberste Priorität zu gefallen, anderen alles recht zu machen und nicht großartig negativ aufzufallen. Mich selbst so zu verleugnen erzeugte eine unbändige Wut und Unzufriedenheit, die ich vor allem in “lustige Schimpfworte” kanalisierte.

Was kann ich JETZT ändern, um meiner Wahrheit näher zu kommen?

Diese Frage war für mich gewissermaßen der “Gamechanger”. Denn mit ihrer Hilfe schaffte ich es, Schritt für Schritt meinen Weg zu gehen und Veränderungen in mein Leben zu holen. Alles, was ich nur wegen oder für andere angefangen oder in mein Leben geholt habe, hörte ich Stück für Stück wieder auf. Vieles davon brauchte zwar seine Zeit und einiges war unsagbar schwer, aber der Schlüssel zum Erfolg lag ohnehin einzig und allein darin, nicht auf morgen zu warten, sondern JETZT anzufangen.

Je mehr ich schaffte, desto mehr fing ich an, an mich selbst zu glauben und auch im Großen etwas zu verändern. Ich brachte ein eigenes Buch heraus, kündigte und machte mich mit einer eigenen Internetagentur selbstständig. Das große Ganze vor Augen zu haben und sich diesem Stück für Stück zu nähern war und ist mein Schlüssel zum Erfolg. Denn so war es nicht mehr ein riesen Berg, der für mich unmöglich zu erklimmen war, sondern nur eine kleine Brücke rüber zum anderen Ufer, um dem Gipfel näher zu kommen.

So gehe ich auch heute noch vor. Ich stelle mir die Frage regelmäßig und schaue, was als nächstes für mich möglich ist und worauf ich Lust habe. Aktuell ist es z.B. alleine schwimmen zu gehen. Etwas, das ich mir früher niemals zugetraut, ja sogar nicht mal hätte vorstellen können. Plötzlich war es doch möglich.

Was wichtig ist

Egal was gerade ist, in welcher Situation du steckst und wer um dich herum auch ist: du wirst hin und wieder fallen, stehen bleiben oder abheben. Mit deinen Gedanken, deiner Vision, deinem Handeln, deinen Idealen anecken. Manchmal falsch abbiegen oder sogar in eine Sackgasse geraten. Das gehört dazu!

Wichtig ist außerdem, dass es niemals darum geht, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich selbst nicht mehr treu zu sein, sondern viel mehr darum, sie zu erweitern und zu schauen, was noch möglich ist, wenn man eigene Überzeugungen, Glaubenssätze o.ä. etwas offener fasst.

Vielleicht suchst du Zuspruch oder Aufmunterung bei jemandem, teilst deine Vision und bekommst als Reaktion nichts als ein müdes Lächeln. Ich kämpfe damit heute noch oft und suche etwas im Außen, das ich in mir selbst nicht finde. Genau das ist der entscheidende Punkt.

Wir haben die Wahl aufzugeben, uns entmutigen zu lassen, nicht mehr an uns zu glauben ODER gerade deshalb anzufangen / weiterzumachen.

Ich habe für mich gelernt, dass mich niemand verstehen, anerkennen, lieben (…) kann, wenn ich selbst es für mich nicht auch tue. Zuspruch und Lob von anderen zu bekommen, ist sicher schön und tut gut, aber es sollte nicht unser einziger Antrieb sein. Für unsere eigene Wahrheit zu kämpfen braucht keinen extra Antrieb.

“Wenn du an etwas Begeisterndem arbeitest, das dir wirklich wichtig ist, musst du nicht angetrieben werden. Die Vision zieht dich!”

Steve Jobs

Die reine Erkenntnis führt bei mir zwar noch nicht dazu, dass ich nicht trotzdem immer mal wieder versuche, meinen Wert im Außen zu bemessen, aber Einsicht ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung.

Ja, bestimmt müssen wir über unsere Schatten springen, Ängste überwinden, (vermeintlich) schwierige Dinge tun. Aber bevor wir all das tun (können), steht der Anfang. Uns auf den Weg machen, an uns zu glauben und zu handeln. Zu lernen, Altes hinter uns lassen, uns von typischen Vorurteilen, aber auch von all den “das muss so sein weil das war schon immer so / das macht man so” Mustern zu befreien.

“Ich glaube an die Kraft der Fantasie. Wenn ich will, dass die Sonne scheint, lasse ich sie einfach aufgehen – auch in Wuppertal.” Pina Bausch

Die Komfortzone erweitern – aber nicht um jeden Preis!

Aus meiner Erfahrung heraus funktioniert es (meistens) nur, den eigenen Weg zu gehen, wenn wir unsere Komfortzone erweitern. Wenn wir an uns glauben, uns trauen, unser Handeln kritisch zu hinterfragen und ehrlich zu uns sind. Das ist vielleicht eine der größten Herausforderungen dabei. Wir neigen dazu, uns anzulügen und Situationen schön zu reden. Ich tue das auf jeden Fall, aber bin selten weit damit gekommen. Auch wenn ich mir manchmal wünsche, die Welt wäre so, wie ich sie mir zurecht lege 😉

Meine Komfortzone zu erweitern ist, je nach Situation, nicht einfach. Im Gegenteil brauche ich für manches mehrere Anläufe, das ein oder andere schaffe ich gar nicht. Aber für mich ist das kein Scheitern, sondern die Erkenntnis: “Ah, okay! Das entspricht gerade eher nicht meinem Wesen/meinen Zielen/dem was ich bereit bin, in mein Leben zu lassen / dem was zu mir passt.” Es MUSS ja nicht alles gelingen undtoll sein.

Man sollte sich auch nicht von Außen immer und immer wieder dazu nötigen lassen, Dinge zu tun, die einem nicht entsprechen. Ich finde es wichtig, dass man bei der Erweiterung des Horizonts und der Komfortzone dennoch ein gutes Bauchgefühl hat. Das hadern und ängstlich sein und kritisch sehen ist normal, aber ich finde man sollte niemals ein wirklich mieses Gefühl dabei haben. Dann ist es entweder ganz generell die falsche “Erweiterung”, oder vielleicht der falsche Zeitpunkt.

Unperfekt sein ist erlaubt!

Wir sind nicht perfekt. Ich nicht, du nicht. Niemand! Ich werde oft für meinen Weg bewundert und sicher habe ich einiges geschafft, aber es ist zum einen nichts Außergewöhnliches, das nur ich kann und zum anderen bin ich wirklich oft in meinem Leben “gescheitert” und scheitere immer noch (zu der Wortwahl komme ich weiter unten nochmal). Es läuft oft einiges nicht nach Plan es gibt viele Sachen, die ich nicht kann und vermutlich auch mein Leben lang nicht können werde. Weil sie nicht zu mir passen, weil ich sie nicht mag oder weil ich einfach keine Lust habe.

Ich bin ein Mensch. Ich habe Fehler. Aus manchen lerne ich, andere mache ich immer wieder (z.B. hungrig einkaufen gehen 😉 ).

Achja: den Begriff “scheitern” in Bezug auf das eigene (oder andere) Leben finde ich ganz fies. Aus meiner Sicht gibt es gar keine wirklich gescheiterte Existenz. Wir alle haben Ziele vor Augen, aber das Leben hat manchmal andere Pläne mit uns. Die Definition des Scheiterns und der Maßstab insgesamt sind außerdem gesellschaftlich geprägt. Und gerade wenn wir unseren Wert / richtig oder falsch an den Maßstäben anderer messen wollen, sollten wir vorsichtig sein.

Was hilft dir?

Was hat dir geholfen, deinen Weg zu gehen? Was fällt dir besonders schwer? Hast du Tipps für andere?

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1 Kommentar

  • Hallo, ein sehr inspirierende Artikel. Glaube jeder kann sich da wiederfinden. Ich glaube persönlich, dass jeder von uns soll ab und zu das Leben etwas einfacher sehen und sich selbst auch für kleine Siege belohnen.

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