Achtsamkeit

#mindfulmonday Achtsamkeitsübung – wertfreie Wahrnehmung

Montage sind für den Großteil von uns ätzend. Nach dem Wochenende müssen wir erst mal wieder in Fahrt kommen. Ich will mit Euch diesen einen Tag der Woche für eine Achtsamkeitsübung nutzen. Jeden Montag zeige ich Euch eine kleine Übung, eine Idee, etwas Inspirierendes, das unsere Achtsamkeit schult und uns für einen Moment achtsam sein lässt.


Nachdem ich mich die letzten Tage wieder zigfach dafür rechtfertigen musste, weshalb ich trotz „Digital Detox Wochenende“ sagenhafte 2,5 Stunden Instagram Livestreams gemacht habe, passt das Thema für den #mindfulmonday mal wieder wie die Faust aufs Auge: wertfreie Wahrnehmung!

Diese Achtsamkeitsübung dient als Vorbereitung auf den bald folgenden Artikel „wertfreie Wahrnehmung“ und der Frage, ob wir überhaupt wertfrei wahrnehmen können. Vorweg kann ich Euch schon mal sagen: zu 100% werden wir niemals wertfrei wahrnehmen können. Viele Bewertungen sind für uns wichtig, teilweise sogar überlebenswichtig. Dass Sandra Samstags mit dem Handy in der Küche steht, obwohl sie Digital Detox Wochenende hat, kann man aber gefahrlos wertfrei hinnehmen, oder? 

Ich habe selbst gemerkt, dass wertfreieres wahrnehmen für mich unglaublich schwer ist. Die nächsten Wochen würde ich den Fokus deshalb gern darauf legen. Auch weil ich glaube, dass weniger Urteile und Bewertungen uns in unserem Alltag automatisch zu mehr Frohsinn und Glück verhelfen.

Dem Ausmaß unserer Wertungen müssen wir uns erst mal bewusst werden. Ich glaube, dass das am besten mit typischen Achtsamkeitsübungen funktioniert, für die wir uns regelmäßig Zeit nehmen. Mindestens also 3 x pro Woche, besser aber sogar jeden Tag 🙂

Stellt Euch hierfür einen Wecker/Timer auf 5 Minuten, setzt Euch gerade auf einen Stuhl oder auf ein Kissen hin. Die Hände legt Ihr auf die Oberschenkel oder neben Euren Körper. Wichtig ist, dass Ihr für Euch bequem sitzt in einer Haltung, die Euch für 5 Minuten keine Schmerzen oder Unbehagen bringt. Wenn Ihr also lieber Kopfüber von der Decke hängt, dann macht das eben so. Lasst Euch nicht in eine Position drängen, nur weil ich sage, dass es so am besten ist 😉

Sobald die Zeit startet, konzentriert Ihr Euch volle 5 Minuten ausschließlich auf das, was Ihr gerade hören könnt. All die Geräusche, die jetzt sind. Nehmt sie wahr, ohne sie zu bewerten. Lasst die Geräusche zu einer tönenden Symphonie werden, die einfach nur durch Euren Kopf schwirrt. Wer mag, der kann die Augen schließen.

Wenn Ihr doch bewertet („Ich höre die Autos vorbei rauschen“ oder “Ich spüre den kalten Boden unter den Füßen” ist z.B. eine Bewertung, wertfrei wäre: „Ich höre ein Rauschen“ oder “Ich spüre den Untegrrund” 🙂 ) oder Eure Gedanken abschweifen, nehmt auch das kurz wahr und lenkt Euren Fokus immer wieder zurück auf die GeräuscheMehr müsst Ihr nicht tun. 5 Minuten lang. Nur das. Ihr werdet sehen: es ist schon schwer genug 🙂 

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr Euch nach der Übung nochmal die Zeit nehmen um aufzuschreiben, welche wertenden Gedanken ihr hattet, was Euch besonders leicht/schwer gefallen ist und wohin Eure Gedanken so gewandert sind. Auf lange Sicht können Euch die Notizen helfen Eure eigenen Fortschritte zu erkennen.

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3 Kommentare

  • Hello Frau Achtsamkeit,
    ich hab tierisch Bock auf diese Übung, sie wird mir bestimmt schwerfallen (schon alleine, weil ich so ein Werte-Typ bin. Aber bei deinem Beispiel habe ich eine Frage: „Ich höre die Autos vorbei rauschen“ ist doch schon wertfrei oder? Wenn ich denken würde: ich höre ein Auto laut vorbeirauschen”, wäre das doch eher wertend – glaube ich zumindest. Geht es denn vereinfacht gesagt darum, Adjektive auszublenden?

    Versuchen tu ich es jedenfalls!
    Liebe Grüße
    Karina

    • Hellosen liebste Karina,

      so hab ich das auch gedacht. Aber ich hab dann folgendes gelernt:
      Ich weiß, dass draußen Autos herfahren, weil ich da z.B. wohne / täglich her gehe oder die Autos gesehen habe. In dem Moment, wo ich aber wertfrei wahrnehmen will und man es ganz auf streng auf das reduziert, was es ist, dann kann ich in dem Moment, wo ich z.B. auf dem Boden sitze und nur etwas höre, nicht zu 100% wissen, dass es tatsächlich Autos sind. Ich nehme das nur an. Das reine Annehmen ist dann schon eine Vermutung = Wertung. Es könnte z.B. auch einfach jemand mit nem Rekorder vor mir stehen und Autogeräusche abspielen. Im Gesamten werte ich meine Eindrücke (ah ich bin vor 20 Minuten hier her gegangen, da waren Autos!) und bringe sie zu einer Annahme.

      Total verrückt erstmal (und natürlich schon sehr kleinlich gewissermaßen) aber wenn man drüber nachdenkt irgendwie auch logisch. Glaub mit diesem kleinlichen Gedanken ist die Übung sogar noch viel tiefer zu “erledigen” oder?

      • In der Tat sehr sehr deep! Vielleicht aber auch zu schwer am Anfang eines Weges. Ich versuche es diese Woche auf jeden Fall, möglicherweise steige ich aber dann auf die light-Version um, mal kucken. Aber alleine, dass man sich damit beschäftigt, löst schon ganz neue Gedanken im Hirn aus.

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