Achtsamkeit nervt!

Eigentlich geht dir Achtsamkeit so richtig auf den Keks. Ich verstehe dich. Wirklich!
Die ewige Omnipräsenz, insbesondere in den sozialen Netzwerken und der damit einhergehende Selbstoptimierungswahn ist furchtbar nervig. Überall sieht man Menschen auf ihren Yogamatten, durch Wald und Wiesen springend, in Lotos Haltung meditierend und IMMER in sich ruhend, gut drauf, spirituell erleuchtet.

Viel zu oft lautet die Botschaft: Achtsamkeit ist die Lösung für all deine Probleme. Bist du nicht achtsam, bist du schlecht. Und überhaupt kann man ohne all das nicht leben.

Totaler Bullshit und darum geht es hier auch nicht!

Für mich bedeutet Achtsamkeit bewusst und immer öfter den Moment zu leben. Nicht tausend Dinge gleichzeitig machen (Kochen und arbeiten und Podcast hören und nebenbei putzen und mit der Freundin telefonieren), sondern eins nach dem anderen.

Für mich bedeutet Achtsamkeit mir bewusst Zeit zu nehmen. Für mich! Und damit auch für all das, was mir gut tut. Meine Familie, meine Freunde, meine Hobbys.

Für mich bedeutet Achtsamkeit mir klar darüber zu werden, was ich will. Nicht mehr nur für andere leben, sondern für mich. Den Job ausüben, den ich liebe. Mich mit den Menschen umgeben, die mir gut tun. Die Dinge zu machen, die ich mag und die mir entsprechen. Das zu sagen, was ich denke. Den Weg zu gehen, der mir entspricht.

Für mich bedeutet Achtsamkeit Offenheit. Offen sein, für neue Erfahrungen und Wege. Aber auch ein offenes Ohr, ein offenes Herz, offene Augen und offene Arme zu haben.

Für mich bedeutet Achtsamkeit aktiv einen Ausweg aus alten Mustern zu schaffen. Nicht mehr jeden Tag der Dinge harren, die da kommen, sondern aktiv zu werden.

Für mich bedeutet Achtsamkeit Achtung. Mich zu achten, mein Leben, meine Gefühle, meine Seele, meinen Körper aber auch meine Mitmenschen, die Umwelt und Natur im Gesamten.

Auf keinen Fall bedeutet Achtsamkeit irgendeine Art von MUSS. Es bedeutet nicht, irgendeinem billigen Trend hinterher zu laufen. Es bedeutet nicht, allen zu zeigen, wie toll man in sich ruht. Es bedeutet nicht, jeden Tag drei Stunden meditieren, fünf Stunden Yoga üben und ne Stunde still im Wald sitzen. Es bedeutet nicht, ständig glücklich zu sein und plötzlich keine Probleme, Sorgen und Ängste mehr zu haben. Es bedeutet nicht, ein perfekter Mensch zu sein, oder werden zu wollen. Und ganz sicher bedeutet Achtsamkeit auch nicht, dass man ständig von all dem, was man macht, Fotos ins Internet zu stellen.