Selbstreflexion Soulspiration

Wieso Ausmisten die Seele befreit

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Ich habe es schon das ein oder andere Mal erzählt: Ich war, von meinem 15. bis zu meinem 25. Lebensjahr, ein Messie. Dass das so war, ist mir allerdings erst vor wenigen Jahren bewusst geworden. Bis dahin dachte ich, ich sei eine “faule Sau”, die lange Zeit einfach nur nicht aufgeräumt hat. Dass ich wirklich krank war, habe ich verdrängt.

Erst als mein Freund 2010 in mein Leben trat, änderte sich alles schlagartig. Die ganze Geschichte dazu könnt Ihr gern HIER nachlesen oder HIER ansehen, wenn Euch das Thema mehr interessiert und Ihr ggf. auch das ein oder andere Vorurteil Messies gegenüber los werden wollt 🙂 .

Vor der Beziehung zu Marius war ich chronisch pleite. Den Bezug zu Geld hatte ich komplett verloren. Sparen war für mich ein Fremdwort. Zuletzt finanzierte ich sogar den Kauf meiner Anziehsachen. Als wir dann zusammen kamen, lernte ich den richtigen Umgang mit Geld. Plötzlich war mein Konto am Ende des Monats immer plus. Mein Dispo wurde seit dem nie wieder ausgereizt und ich spare im Monat so viel wie noch nie. Aus der Euphorie heraus (aber auch aus der von Schicksalsschlägen geprägten Zeit, um mich “besser” zu fühlen) fing ich damals an, Dinge zu kaufen.

Während ich vorher z.B. nur ein Paar Schuhe besaß, hatte ich plötzlich über 20. Außerdem Unmengen an Nagellacken, Lidschatten, Lippenstiften, Hosen, Pullover, T-Shirts und sogar Handtaschen. Was immer ich haben wollte: ich kaufte es mir. Jede Woche mehr.

Mit dem Tod meines Vaters, meines Opas und Marius Onkel, die alle innerhalb weniger Monate plötzlich verstarben, änderte sich viel in unserem Leben. Einige Veränderungen habe ich HIER aufgeschrieben. Wir fingen an, unser Konsumverhalten zu hinterfragen und waren unglaublich genervt, von all dem Zeug, das in unseren Schränken lagerte, aber nie genutzt wurde.

Wir wollten das nicht mehr. Nicht zuletzt, weil es für mich als ehemaliger Messie ein unglaublicher Kraftakt ist, die voll gestopften Schränke sauber und ordentlich zu halten. Vor zwei Jahren fingen wir an, auszumisten. All das, was wir seit Jahren nicht mehr nutzten, flog auf den Sperrmüll oder wurde verkauft/verschenkt/gespendet. Alle drei Monate ein bisschen mehr.

In diesem Jahr wurden wir dann rigoroser und trennten uns auch von den Sachen, die man bisher hielt, weil man sie ja vielleicht irgendwann mal  (wieder) benutzen könnte. Statt 20 Pullovern nur noch vier. Statt 30 Tassen nur noch acht. Statt 40 Gabeln nur noch sechs. Ein Teil meines Kreativbedarfs ging an eine Freundin. Meine gesamte Kosmetik kam, bis auf wenige Ausnahmen weg. Und so weiter und so fort. Wir konnten mittlerweile sechs unserer voll gestopften  Schränke ersatzlos aus der Wohnung schmeißen.

Mit jedem Stück das ging (und weiterhin geht), kam ein ganz tiefes Gefühl von innerem Frieden dazu. Ich muss nicht mehr stundenlang vor dem Kleiderschrank stehen und überlegen was ich anziehe oder mich schlecht fühlen, weil die Hose von vor drei Jahren nicht mehr passt. Ich muss beim sauber machen der Schränke nicht mehr hunderte Teile heraus nehmen. Mir fällt nichts mehr entgegen, wenn ich meinen Kosmetikschrank aufmache (der ist nämlich mittlerweile von zwei Schränken auf eine kleine Holzbox mit sechs Schubfächern geschrumpft).

Dieser Frieden ist Balsam für die Seele. Unendlich viel Platz für Kreativität, Liebe, neue Ideen, Gelassenheit und Zeit entsteht. Außerdem gibt es noch einen schönen Nebeneffekt: wenn wir mal umziehen, dann zieht nur noch das mit, was uns wirklich am Herzen liegt und uns von Nutzen ist. Kein unnötiger Ballast mehr.

Mittlerweile konsumiere ich sehr viel bewusster. Etwas zu kaufen ist für mich kein Ersatz mehr für irgendetwas. Möchte ich etwas haben, überlege ich, ob es wirklich sinnvoll ist. Warum will ich es unbedingt haben? Kann ich es wirklich gebrauchen? Wenn ich es kaufe, möchte ich mich dafür von etwas anderem trennen. Seit einem Jahr habe ich keine Kosmetik mehr gekauft, kein Schnick Schnack für die Wohnung o.ä. Es ist unsagbar befreiend! 

Buchempfehlungen:


Anfang Oktober werde ich Euch auf DieCheckerin.de mehr dazu erzählen, wie ich beim Ausmisten genau vorgegangen bin und Euch auch Fotos zeigen, was sich konkret verändert hat.

1 Kommentar

  • Hallo Sandra,

    oh ja, wir haben vor wenigen Wochen auch komplett ausgemistet. Uns geht es seitdem sooooo gut! Es befreit einfach.

    Das Lustige ist ja, dass man anhand der Wohnung erkennen kann, wie es in einem Menschen aussieht. Ist man bei sich und hat Ordnung im Kopf, so sieht man das anhand einer ordentlichen Wohnung. Ist man es nicht, sieht man das ebenfalls an einer unordentlichen Wohnung.

    Liebe Grüße
    Dominik

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