Selbstreflexion

Immer wieder Donnerstags oder Ich bin Ich

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Auf DieCheckerin.de hatte ich es bereits angekündigt: die Trennung der beiden Blogs ist mir in 2018 nicht so richtig gut gelungen. Das möchte ich in diesem Jahr ändern.

Besonders “fehl am Platz” auf DieCheckerin.de sind meine Erzählungen in “Immer wieder Sonntags” zu den Frauenworkshops von Magdalena Salvato. Seit November 2017 besuche ich diese Workshops regelmäßig, nehme mittlerweile zum zweiten Mal an der Gefährtinnen-Seminarreihe “Freude am Frausein” teil und bin 1 x im Monat zusätzlich im fortlaufenden Aufbaukurs “Königinnen“.

Weil das Schreiben über die Erkenntnisse aus Workshops und Therapiestunden für mich aber gleichermaßen heilsam & festigend ist und es zudem durchaus Leser gibt, die meine Erzählungen interessieren, liegt es nahe, hier einfach den Gegenpol zu “Immer wieder Sonntags” zu kreieren. Da die Workshops und meine Therapie meist Donnerstags statt finden, war die Sache mit der Namensfindung auch relativ einfach, auch wenn der Artikel selbst nicht Donnerstags online gehen wird 🙂 So haben meine Erfahrungen, Erkenntnisse, Ängste oder Probleme, rund um alle Formen der Beschäftigung und Therapie mit & von mir selbst, von nun an einen festen Platz, der deutlich besser zu ihnen passt.


Impulsworkshop – Vertrauen & Hingabe, 17.01.2019

Mit diesem Workshop bin ich im November 2017 quasi “Magdalena-süchtig” geworden. Meine Erfahrungen dazu, könnt Ihr >> hier <<nachlesen. Mittlerweile habe ich diesen Workshop ganze sieben mal mitgemacht und er war lange Zeit mein Lieblingsworkshop (mittlerweile hat sich das geändert, aber dazu erzähle ich wann anders mehr).

Dieses Mal war der Workshop etwas anders aufgebaut als sonst. Es ging unter anderem um Visionen, Ziele und Schatten für 2019, die wir in der Begegnung mit anderen Frauen erfühlen konnten. Das jeweilige Gegenüber durfte intuitiv sagen, was man los lassen und was man in diesem Jahr etablieren sollte. Meine Begegnungen waren dieses Mal besonders intensiv. Ich glaube das lag auch daran, dass viele Frauen mich noch nicht “richtig” kannten. Und natürlich daran, dass ich diese Intensität zugelassen habe 🙂

Sonst habe ich oft das “Problem”, dass die Frauen mich über meinen Blog verfolgen und sich ihre Intuition deshalb mit der Erfahrung vermischt. So kommt das Gesagte eher aus dem Kopf und nicht aus der Intuition heraus. Ich mag es aber lieber und finde es hilfreicher für mich, wenn mein Gegenüber seine Intuition sprechen lässt. Irgendwie sind das dann eher Themen, die mich weiter bringen.

Jedenfalls sagte eine Frau in der Begegnung zu mir, dass ich “das was andere sagen” los lassen soll. Das entstand unter anderem aus einer voran gegangen Situation. Es ging darum, was andere glauben/sehen, was mich 2019 erwarten würde. Zwei Frauen sagten, dass ich schwanger werde bzw. eine sogar, dass ich mich auf ein Kind freue. In diesem Moment bin ich in altbekannte Muster verfallen: ich hab die Meinung anderer wichtiger genommen, als meine eigene.

Sofort ging es in meinem Kopf ungefähr wie folgt los “Oh mein Gott, aber ich will doch keine Kinder. Was ist, wenn sie Recht haben? Wieso kommen sie darauf? Nur weil ich schon 33 bin? Seh ich so aus, als wollte ich ein Kind? Muss ich Kinder wollen? Geht Weiblichkeit nur mit Kindern oder dem Wunsch nach Kindern?” Das mir solche Aussagen immer gleich Angst machen und mich verunsichern, habe ich dann in der Nachbesprechung den anderen Frauen erzählt, so kam es letzten Endes dann eben zu diesem Schattenthema. Passend auch dazu, dass eine andere Frau sagte, dass ich das Dunkle gehen lassen soll.

 

Ich bin ein Mensch, der eigentlich ständig Anerkennung und Bestätigung sucht. Sobald die nicht da ist, werde ich nervös. Zum Großteil ist es so, dass ich meine Meinung in Frage stelle, sobald mein Gegenüber irgendwie was anderes sagt. Ich verhalte mich oft wie ein Fähnchen im Winde. Stelle andere über mich, rede ihnen (aus Angst vor Ablehnung) nach dem Mund und verdränge damit mein wahres Ich. Das macht mich in der realen Welt unecht.

Selbstvertrauen. Sich selbst vertrauen. Das fällt mir weiterhin schwer und meine Entwicklung hat noch deutliches Potenzial nach oben. Meinen Gefühlen kann ich mittlerweile, nicht zuletzt dank der Workshops, vertrauen, aber meiner Meinung nicht bzw. kann ich sie noch nicht in jeder Situation nach außen vertreten (was letzten Endes auf dasselbe hinaus läuft). Was ich loslassen sollte, ist also weniger “das was andere sagen”, als viel mehr z.B. meine Selbstzweifel und den ausgeprägten Wunsch nach Anerkennung und Zuspruch von Außen. Ich sollte Ich sein.

Das Thema “Ich BIN Ich” kam dann zum Schluss des Workshops auf, als wir die Möglichkeit bekamen, all das, was wir in unserem Leben etablieren wollen, mit einem entsprechenden Experiment zu fokussieren und ins Fühlen zu gehen. Statt also an mir zu zweifeln, oder Anerkennung/Bestätigung im Außen zu suchen, möchte ich ich sein. Und während ich daran dachte, wie es wohl wäre, völlig ich zu sein, fiel mir wieder das ein, was Osho irgendwann mal sagte:

“Vergiss die Idee jemand zu werden, du bist schon ein Meisterstück. Du kannst nicht verbessert werden. Du musst es nur erkennen, realisieren.”

Da war die erneute Erkenntnis. Ich BIN ich. Es geht nicht darum, ich zu werden, sondern darum, ich zu sein und genau das zu zu lassen. In dieses Gefühl, in mein Ich, habe ich mich zum Schluss fallen lassen. Alle “Fälle” zuvor fühlten sich für mich irgendwie falsch an und dann gab es diesen einen Fall, bei dem mir währenddessen einfiel/aufging, dass Ich bereits Ich bin und mich einfach in mich fallen lassen sollte. Nicht auf diese unangenehme, schwerer Sack Kartoffeln hängen lassen Art und Weise, sondern im Sinne der Selbstfindung. Ich BIN ich. In mir drin. Da will ich hin.


Das Thema kam auch ein paar Stunden zuvor bei meiner Therapeutin auf. Dort erzählte ich u.a., dass ich im Alltag ganz oft spüre, wie ich mich verkrampfe. Ich ziehe zum Beispiel die Schultern angespannt nach oben, spanne meine Waden an, halte die Luft an oder verharre sonst wie in angespannter Körperhaltung. Je länger ich mich damit beschäftige und je mehr ich diese Verkrampfungen bemerke, desto häufiger fällt mir auf, dass ich in einer ständigen Habachtstellung bin. Ausgelöst durch meine Gedanken und auch durch meine Erwartungshaltung.

Ist das was ich mache gerade richtig? Was denkt mein Gegenüber von mir? Kann ich mich zumuten? Bin ich richtig? Kann ich loslassen? Sollte ich mich anders verhalten? Die Antworten auf all diese und ähnliche Fragen beantwortet mein Kopf aus lauter Gewohnheit in solchen Situationen immer mit “Nein!”

Nein. Nein. Nein. Kannst Du nicht. Bist du nicht. Darfst Du nicht. Sollst Du nicht. Schaffst Du nicht. Hör besser auf.

Die Habachtstellung und die damit verbundenen Verkrampfungen, ebenso wie die Vielzahl negativer Gedanken bemerke ich mittlerweile oft. Ich lerne gerade, in solchen Momenten der Erkenntnis bzw. auch in alltäglichen Situationen im Allgemeinen, eine Pause einzulegen. Inne zu halten, zu fühlen, was in mir lebendig ist und diese Gefühle wahr zu nehmen. Genau in dieser “revolutionären Pause”, wie meine Therapeutin sie nennt, gehen mir dann so viele Lichter auf.

Mir hilft diese Pause ungemein, im JETZT zu sein, statt in der Phantasie. Aber auch mein Ich wahr zu nehmen und mir zu erlauben, dass ich ich sein darf. Nicht hin und her zu switchen und auf alle (vermeintlichen!) Erwartungshaltungen, Reaktionen und Gedanken reagieren, sondern anhalten und eine Pause machen. Mich zu mir nach innen wenden (wie oben “in mich fallen”), schauen was da ist und was gesehen werden möchte. Durch die Pause erkenne ich dann oft auch, wann ich mal wieder nicht Ich bin, sondern versuche, so zu sein, wie ich in diesem Moment glaube sein zu müssen, um “geliebt” zu werden.

All das ist aktuell auch im Austausch mit Marius immer wieder Thema. Wir sprechen viel darüber, wie oft ich im Zusammenspiel mit anderen versuche, auf unterschiedliche Art und Weise aber auf Teufel komm raus, jedem zu gefallen. Eine Utopie die ich, wenn ich darüber nachdenke, nicht mal erstrebenswert finde. Das tieferliegende Gefühl ist: Geliebt werden. Ich bin auf der Suche nach Liebe. Anders als die Liebe, die ich von meinem Partner erfahre.

Und da schließt sich für mich heute der Kreis, denn: die Liebe, die ich suche, die finde ich nicht im Außen, sondern in mir. Ich bin Liebe.

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