Achtsamkeit Selbstreflexion Soulspiration

Die eigene Zeit achtsam nutzen

Wenn wir von Achtsamkeit sprechen, dann geht es hauptsächlich um Yogaübungen , Meditation oder Tipps & Tricks wie wir unser Leben verändern können, damit wir uns mehr auf das Wichtige konzentrieren. Für mich liegt der Ursprung für ein achtsames Leben aber in der Zeit. Wir müssen uns klar machen, dass wir uns Zeit nehmen müssen für uns und unser Leben.

Zeit ist zwar einfach so da, ohne unser zutun, aber wir nutzen sie nicht oder nur selten richtig. In unserem hektischen Alltag vergessen wir das viel zu oft. Wir vergessen, dass wir uns nicht nur für uns selbst, für Freunde oder die Familie Zeit nehmen müssen (weil sie uns niemand einfach so schenkt), wir vergessen aber auch, dass wir “Nein!” sagen müssen, wenn uns jemand anderes kostbare Zeit rauben will oder wenn wir unsere Zeit mit jemandem verbringen, mit dem wir unsere Zeit verschwenden.

Freizeit, Lebenszeit und Familienzeit über z.B. die Arbeitszeit oder generelle “Musszeit” zu stellen ist in unserer Gesellschaft nicht gerade üblich. Sich dagegen zu stellen und selbst zu bestimmen, wie man seine Zeit verbringt, ist gerade deshalb nicht immer einfach. Ich kann Euch sagen, dass Ihr dafür nicht nur bewundert, sondern von vielen auch verurteilt werdet.

Denn immer, wenn Ihr Euch dagegen entscheidet, mit etwas/jemandem Zeit zu verbringen, entscheidet Ihr Euch beinah automatisch auch gegen eine Person oder eine Gruppe. Ihr entscheidet Euch gegen Unbekannte, gegen Bekannte, gegen den Chef, gegen Kollegen, gegen Kameraden, gegen die Familie, gegen Freunde und manchmal auch gegen den Partner. Aber ich finde, dass man damit meistens ganz gut leben kann 😉

Ich habe mich die letzten Jahre von vielen Zeitfressern verabschiedet. Nahezu alles, bei dem ich das Gefühl hatte, dass mir Zeit geklaut wird oder mit dem ich Zeit verschwende, habe ich aus meinem Leben verbannt. Anfänglich war das eine große Überwindung und bis heute kämpfe ich mit Unverständnis.

Ganz ehrlich zu sagen: “Darauf habe ich keine Lust.” wird häufig negativ aufgefasst. Manchmal wird es mit Faulheit gleich gestellt, manchmal mit Arroganz, einige werden Euch vorwerfen, dass Ihr nicht reif genug seid, wieder andere sagen ihr seid egoistisch oder “Aber das gehört dazu. Da musst Du eben durch.” und halten Euch für schwach, wenn Ihr Ihnen etwas anderes erzählt.

Mittlerweile habe ich gelernt, mich dafür nicht mehr zu rechtfertigen oder mich persönlich angegriffen zu fühlen. Meistens begegne ich solchen Reaktionen mit einem müden Lächeln. Spätestens, wenn ich sage, dass mir meine Zeit dafür einfach zu kostbar ist oder wenn ich aufzeige, wie sich meine Work-Life-Balance so gestaltet, schweigen die Menschen häufig vor erstaunen.

Beinah bei allem was Ihr in Eurem Leben tut, oder glaubt tun zu müssen, habt Ihr eine andere Wahl. Ein “das geht aber nicht” gibt es nur ganz, ganz selten und jeder der ehrlich zu sich ist, weiß das auch. Wir scheuen andere Möglichkeiten, weil wir z.B. nicht genügend finanzielle Sicherheit haben, weil wir mit dem Herzen noch an etwas hängen, weil wir Angst haben, weil wir andere nicht verletzen wollen, weil wir lieber den Weg des geringsten Widerstandes gehen oder z.B. einfach weil die Zeit noch nicht reif ist aber so gut wie nie stehen wir vor unüberwindbaren Hürden.

Ihr müsst Euch klar machen, dass das hier Euer Leben ist und damit auch Eure Lebenszeit. Es tut so unendlich gut etwas aus vollster Überzeugung nur für sich selbst zu tun. Und auch ein ehrliches “Nein.” ruft, nach der anfänglichen Aufregung, echte Glücksgefühle in mir hervor. Ich erkläre meinem Gegenüber ganz deutlich, dass mir meine (freie) Zeit zu wichtig ist oder dass ich gerade etwas anderes mit meiner Zeit machen möchte. Je nach dem um was es geht, biete ich Alternativen an.

Erst seit ich mir bewusst Zeit gönne und klare Grenzen setze, in wie weit andere meine Zeit beeinflussen dürfen, habe ich die Muße, auch mal was nur für mich zu tun. Ein ausgiebiges Bad, ein gutes Buch, draußen in Ruhe spazieren gehen, meditieren lernen, einfach auf der Couch liegen und nach draußen schauen, der Natur und den Tieren zu sehen und lauschen, achtsame Pferdebegegnungen auf dem Hof von Lexa, mich selbst weiter bilden und weiter entwickeln. Diese Zeit für mich und mein Leben macht mich nicht nur glücklich, sondern stärkt mich auch in meiner Persönlichkeit und legt aus meiner Sicht auch den Grundstein für einen achtsameren Umgang mit einfach allem, was mich umgibt.

Zeit für uns ist unbezahlbar und wichtig. Zeit, die wir brauchen, um unser Leben achtsam zu leben, um uns auszuleben, um unseren Liebsten nah zu sein, um unsere Träume zu verwirklichen aber auch und ganz besonders Zeit, um mal Luft zu holen. Damit wir am Ende unseres Lebens nichts bereuen. Wir haben schließlich nur diese eine Chance.

3 Kommentare

  • Jajajaja! So wahr! Wir haben von der Firma aus oft Veranstaltungen: Frühlingsfest, Sommerfest, Weihnachtsfeier und zwischendrin gibt es noch ein Afterwork… das ist zwar nett, aber ich teile mit den Leuten eh schon die meiste Zeit meines Tages, da muss sowas nicht auch noch sein. Mit den Kollegen, die ich mag, verbringe ich privat halt mal einen Nachmittag, wenn mir danach ist. So und nicht anders! 🙂

  • Du hast so recht.. Bei meinem 2 Kind habe ich mich bewusst dazu entschlossen mindestens 3 Jahren zu Hause zu bleiben (ohne Angst den Job zu verlieren ohne Angst Finanzielle Einbuße zu haben, die hat man auch wenn man arbeiten geht) . Ich WILL meine Kleine Familie unbeschwert und anstrengend wie es nun mal ist, in mir aufsaugen, jeden noch so kleinen Moment. Möchte mich von der Gesellschaft nicht dazu drängen lassen das alles zu verpassen nur weil Frau heute selten 3 Jahre zu Hause bleibt. Und ich stoße oft auf große Augen wenn ich vollen Überzeugung sagen das ich 3 Jahre “nur” Mama sein werde (meist bei anderen Frauen). Meine nächste Aufgabe wird sein dem Haushalt mal NEIN zu sagen um mal mit der Großen zu spielen oder um einfach mal auszutesten wie es ist alleine auf der Couch zu liegen.. jeden Tag das Leben mehr spüren!
    Danke für den tollen Beitrag! VG Natalie

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