Selbstreflexion

Blinder Aktionismus oder wie ich mir 52 Gründe überlegte mich nicht mit mir auseinander zusetzen.

Gastartikel
Dieser Artikel ist ein Gastartikel von Julia
Kontinuierlich an einem Blog schreiben, dies ist etwas das ich wohl nie hin bekommen werde. Ganz abgesehen von meinem „52 Wochen-52 Möglichkeiten“ Projekt. Ich habe lange nichts geschrieben und mich wahnsinnig darüber geärgert aber was soll ich sagen?

Ich könnte euch erzählen, wie das Leben mir dazwischen funkte und ich lernte es anzunehmen, aber die Gründe sind weitaus weniger edel. Im Grunde ist es nur eine Mischung aus Bequemlichkeit und Überforderung. Ich fand die Herausforderung klasse, jede Woche etwas zu tun, das ich noch nie getan hatte, ein völlig neues Ich, nach soviel Stress und Herzschmerz.

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Wie wenn man sich nach einer Trennung neu erfindet, neue Orte besucht weil die Alten schmerzen und sich was anderes sucht um zu vergessen. Stichwort – neue Frisur. Ich fand diese Vision von mir so toll, weil sie für mich ein Neubeginn sein sollte. In meinem blinden Aktionismus bin ich also hoch motiviert vor mir selber davon gelaufen. Den Kopf voll lauter Ideen, was ich alles noch erleben muss. Was ich erleben muss bevor auch ich sterbe.

Ich habe mir selber den Spaß daran genommen weil ich vor lauter Druck nicht mehr im Blick hatte, warum ich das tun will. Und erste Male sollten vor allem Spaß machen und mit Druck werden sie nunmal nicht zu etwas Besonderem sondern nur zur einer Erfahrung die man sich anders gewünscht hätte.

Ich bin also vor mir weggelaufen, ich hab mir genug zu tun gegeben, um nicht mehr darüber nachzudenken wie viel Angst mir das Sterben und das Leben macht. Und während ich versucht habe es abzuschütteln, wurde es immer mehr. Da starb mein bester Freund, da kam eine heftige Ehekrise, mein Vater war im Krankenhaus, ein Haus wurde verkauft, ich hatte einen Autounfall und darüber hinaus bin ich ständig krank. Letzteres ist besonders nervig, weil es mich zur Auszeit zwingt.

Ich hab mal gehört das man nach emotional sehr stressigen Zeiten häufig krank wird, der Körper läuft nur noch auf Sparflamme und genau so fühle ich mich. Ausgebrannt, erschöpft. Ich habe gerade keine Kraft. Das musste ich mir erstmal eingestehen.

In meiner Motivation das Leben so gut es geht auszukosten und die letzten Monate hinter mir zu lassen, ist mir mitten drin die Puste ausgegangen. Statt jetzt jede Woche auf Teufel komm raus meine Komfortzone zu verlassen, bleibe ich darin und versuche mal Luft zu holen.

Das heißt nicht, dass ich gar keine neuen Dinge erlebe, ich habe nämlich herausgefunden das man oft unbemerkt erste Male erlebt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Ich habe z.B.Krokodil gegessen. Einfach so, ohne große Gedanken.

Überhaupt versuche ich es ab sofort langsamer angehen zu lassen, nicht nur was mein „52 Wochen-52 Möglichkeiten“ Projekt angeht, sondern auch in meinem Leben. Und wenn ich mich eingeholt habe, erzähle ich euch von gelben Regenmänteln, Lottoscheinen und dem kläglichen Versuch, Salat auf dem Balkon zu ziehen.

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